Saturday, January 31, 2009

Das Ende?

Robert Kurz: Das Ende einer endlosen Geschichte
..."Trotzdem, da war doch mal was. In der traumtänzerischen Frühphase ihrer Revolution hatten die Bolschewiki bewusst eine Inflation herbeigeführt, um das Geld zu diskreditieren. Weil die verarmten Massen bloß Arbeit und Geld wollten, also nicht die Emanzipation vom Kapitalfetisch, ging das schnell nach hinten los. Gut gemeint ist leider das Gegenteil von Kunst. Jetzt allerdings macht das „automatische Subjekt“ die Entwertung selbst; automatisch eben, auch wenn die schon wieder verarmten Massen immer noch nichts anderes als Arbeit und Geld ersehnen. Das Ende der endlosen Geschichte ist absehbar. Und alle werden dabei sein, obwohl keiner hingehen will. Simbabwe ist das Land der Zukunft."

Wikipedia zu Simbabwe:
Die von der Regierung Zimbabwes nach fiskalischen Motiven bestimmte Geldmengenpolitik der Reserve Bank führt seit längerem zu hohen Inflationsraten. Seit Anfang 2008 herrscht in Zimbabwe Hyperinflation mit allen negativen Begleiterscheinungen.
[...]
Im Januar 2007 wurden die Gebühren für den Rundfunkempfang um das 2.500-fache erhöht. Statt bis dahin 20 Simbabwe-Dollar pro Jahr mussten nun 50.000 gezahlt werden. Dies entsprach zu diesem Zeitpunkt in etwa dem Monatsgehalt eines Lehrers.
[...]
Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Maßnahmen, indem im Rahmen der Aktion mit der Bezeichnung Operation Murambatsvina („Müllbeseitigung“) schätzungsweise 750.000 Menschen obdachlos wurden und ihre oft einzige Einnahmequelle, Aktivitäten im Kontext des informellen Sektors, aufgeben mussten.
...

Thursday, January 29, 2009

Zitat Lowen

Ich habe mal versucht, das Zitat von Alexander Lowen (siehe letzter Blogeintrag) zu übersetzen, da ich es sehr schön finde.

Wenn wir älter werden, wird das Gefühl des Getrenntseins allmählich schwächer. Alte Menschen leben nicht auf einer Ego-Ebene. Ihr Anliegen ist nicht ihre Individualität, sondern der Fluß des Lebens, die Familie, die Gemeinschaft, die Nation, Menschen, Tiere, Natur, Leben.
Das Sterben fällt ihnen leicht, wenn sie die Gewißheit erlangen, daß das Leben positiv weitergehen wird, da sie sich wieder als Teil des Flusses fühlen, und sie bald Teil des Ozeans sein werden. Wenn sie sehr alt sind. gehören sie nicht länger unserer Zeit und unserem Raum an, sondern aller Zeit und allem Raum.
(Alexander Lowen, Fear of Life)

Tuesday, January 27, 2009

Im Gedenken an Alexander Lowen

"As one grows older, the sense of separateness is slowly reduced. Old people do not live on an ego level. Their concerns are not about their individuality, but about the river of life, the family, the community, the nation, people, animals, nature, life. They can die easily if they are assured that life will continue positively, for they feel part of the river again, and soon they will be part of the ocean. When they are very old, they no longer belong to our time and space but to all time and all space."
- Alexander Lowen, Fear of Life

Lowen war bekannt geworden als Begründer der sog. Bioenergetischen Analyse in der Nachfolge Wilhelm Reichs, von dem er aber nicht alles übernahm. Lowen starb vor 3 Monaten, im Alter von fast 98 Jahren:

Alexander Lowen passed away peacefully in his sleep between midnight and 2am on the morning of Tuesday, October 28, 2008. Al was 97 years of age, 2 months shy of his 98th birthday on December 23rd. Despite a debilitating stroke two years ago, Dr. Lowen enjoyed his last years in loving care at his home in Connecticut. An international group of caregivers, Nana from Ghana, Karen from Jamaica, Eddie from the Bronx, and Monica, his angel on Earth, from Brazil, cared for him and loved him in the comfort of his home. With their help, the help of others, his visitors, and all people wishing him well, he enjoyed and struggled, agreed and disagreed, argued and accepted, listened to music, danced, worked his body, and lived a full life to the end. A student and lover of life, his was a life that wished to live. He will be missed by many, even as he is still with those who knew him.
(Zitate von der Homepage der Lowen Foundation )

Sunday, January 18, 2009

Wie entstand der Mensch?

Wieder mal ein Thema, von dem ich null Ahnung habe. Aber dafür wurden Blogs ja geschaffen. Labern, dummschwätzen, ne? :)
Also es gibt wohl 3 Theorien: 1) Gott hat uns (und natürlich auch die Viecher usw.) erschaffen. 2) Urknall, Evolution usw.. 3) Außerirdische haben uns erschaffen.

Hans-Joachim Zillmer hat einige Bücher zur Evolutionslehre geschrieben, welche er als Irrtum betrachtet; eines seiner Bücher heißt denn auch: Darwins Irrtum. Als Seiteneinsteiger (er war/ist Ingenieur) wird er natürlich von der sog. Fachwelt weithin belächelt. Dabei bestreitet er nicht die Anpassung der Arten an Veränderungen ihrer Umgebung (Federn wechseln ihre Farbe etc.), vielmehr ist seine Zielscheibe die "Makro-Evolution". Diese scheint ohnehin schwer erklärbar zu sein, denn sowohl langsame langdauernde Übergänge (Zwischenstadien sinnvoll?) als auch Mutationen kommen nicht so ohne weiteres in Betracht.

Zillmer stützt seine Theorie hauptsächlich auf Urzeitfunde, die nicht in den "offiziell" angegebenen zeitlichen Rahmen der Evolution passten, z.B. kommt er zum Schluß, daß Dinosaurier gemeinsam mit Menschen (homo sapiens) auftraten. Nun gut, zu alternativen Theorien hat er sich nie klar geäußert, er wurde aber öfter so verstanden, daß er die "außerirdische" Theorie bevorzuge. Es stimmt, daß er diese Möglichkeit erwähnt hat, verbunden mit dem Hinweis, daß die Frage damit nur verschoben werde, denn wie wären dann die Außerirdischen entstanden? Er hat aber mittlerweile klargestellt, daß er die außerirdische Theorie nie vertreten habe.

Zillmers neues Buch soll im Juli erscheinen. Und darin will er anscheinend einen "vierten Weg" vorstellen, also eine Theorie zur Entstehung der Arten ohne Schöpfung, Außerirdische und Evolution. Darauf bin ich nun doch gespannt! :)

Thursday, January 15, 2009

Doch der Herbst zerriß mir alle Saiten

Aus: Mit der Fiedel bin ich fortgezogen, von Henriette Haill
...
Fiedelte den Kindern einen Reigen,
alten Weibern ein Marienlied,
in den Schänken konnte ich ergeigen
roten Wein der wie Rubin geglüht.

In den Sommernächten ließ ich gleiten
meiner Fiedel süßen Liebesreim,
doch der Herbst zerriß mir alle Saiten,
- und erschrocken kehr ich wieder heim.

Wednesday, January 14, 2009

Rosa Luxemburg

Morgen (15.1.09) jährt sich ihr Todestag zum 90. Mal.
Robert Kurz schreibt im "Schwarzbuch Kapitalismus" (1999) zu ihrer Ermordung die folgenden Sätze, welche auch als Würdigung verstanden werden können:

Besonders Rosa Luxemburg vereinte in ihrer Person alles, was das kapitalistische Bewußtsein im allgemeinen und das Krisenbewußtsein im besonderen bis aufs Blut reizte. Das Jüdische, das Ausländische (Polin!), das Weibliche in einer nicht einmal haustierhaft kuschenden Gestalt (Theoretikerin!) und den Linksradikalismus mit seiner vagen Erinnerung an die Zukunft einer undenkbaren Befreiung vom System der "abstrakten Arbeit". Sicher war auch Rosa Luxemburg in den bürgerlichen Kategorien des Arbeiterbewegungs-Marxismus befangen, sie konnte natürlich nicht aus einer schon langen Geschichte der Domestizierung oppositonellen Denkens einfach hinausspringen; aber mit ihrer Theorie einer objektiven inneren Schranke des kapitalistischen Systems und der notwendigen "Selbsttätigkeit der Massen" kam sie doch von allen zeitgenössischen Denkpositionen am nächsten an die radikale Kritik der "schönen Maschine" mitsamt ihrer politischen Menschenverwaltung heran. Deshalb war es mit zwingender Konsequenz die erste Tat der Demokratie, "wehrhaft", wie sie stets war und ist, dieser 49jährigen Frau mit Gewehrkolben den Schädel zu zertrümmern.

Bei "Gefahr im Verzuge" muß eben manchmal etwas außerhalb des Rechtswegs durchgegriffen werden. Das ist keineswegs überzogene Polemik. Obwohl die "Spartakus"-Gruppe um Rosa Luxemburg keinerlei Massenbewegung repräsentierte, erschien schon allein ihr an die Grenzen des bürgerlichen Universums stoßendes Denken als ungeheure "Gefahr" und mußte deshalb um jeden Preis ausgelöscht werden.
Seite 267 der PDF-Version

Sunday, January 11, 2009

Wenzels neues Lied

Ungemein produktiv und verschwenderisch, dieser Mann!
Wie die Lichter weit hin scheinen. Zum Gratis-Download!

Saturday, January 10, 2009

Gentechnologie in der Nachfolge der Nazi-"Medizin"

Ich zitiere heute (noch einmal?) aus dem bemerkenswerten Artikel "Gene, Werte, Bauernaufstände" von Anselm Jappe (Fußnote 3):
Aber vielleicht wäre das beste Buch gegen die Gentechnologie eine unkommentierte Sammlung von Behauptungen ihrer Betreiber und Verfechter. Es würde einem die kalten Schauer über den Rücken jagen: die englischen Biologieprofessoren, die menschliche Föten ohne Kopf züchten wollen als Organbank für Transplantationen (Rifkin S. 64-65) stellen durchaus keinen Extremfall dar. Es in Zukunft zu lesen würde denselben Effekt bereiten wie heute die Lektüre von Dokumenten über die Nazi-Medizin, und die Vorstellung, mit solchen „Wissenschaftlern“ auch nur zu diskutieren, würde mit der verglichen werden, mit den Nazis über Euthanasie und Menschenversuche mit KZ-Insassen verhandeln zu wollen. Weder die Gentechnologie noch die Nazimedizin sind Abirrungen vom Pfad der „eigentlichen“ Medizin, sondern eher das Zu-sich-selbst-Kommen einer Medizin, die ihren Gegenstand völlig verdinglicht hat. Die Nazimedizin sah in den KZ-Insassen nur ein nützliches Material, genau wie die medizinische Forschung heute in den „überzähligen“ und eingefrorenen Embryonen (Rem. S. 95), nach denen sie zwecks menschen-freundlichen Experimenten giert (und die sie, jedenfalls in Belgien, auch schon bekommen hat).
Anselm Jappe: Gene, Werte, Bauernaufstände (pdf), 2001 (Hervorhebung von mir)

Friday, January 09, 2009

Nochmal: Der Takt des Geldes - die Pein

Das Magazin Streifzüge hat nun einige längere Ausschnitte aus Eske Bockelmanns Buch "Der Takt des Geldes" online gestellt. Das folgende Zitat daraus ist als Fortsetzung zu meinem Blogeintrag vom 7. Juni 2008 gedacht. Es geht darum, wie das Geld in unser vermeintlich "Innerstes Natürliches" hineingreift, und wie anstößig wir das finden. (Für die Beweisführung der Verbindung Geld-Rhythmus selbst sollte man sich doch lieber das Buch besorgen):

Rhythmus gebunden ans Geld - das aber ist ein Gedanke, der uns unmittelbar Pein bereitet. Und so wird man ihn mir noch lange nicht abnehmen, auch wenn ich mich selbst überzeugt halten mag, er wäre bewiesen. Ich werde ihn weiter noch beweisen müssen, und eben das werde ich im Folgenden tun.

Man erwarte nur nicht, dass die Sache dadurch einfacher, eingängiger und weniger anstößig würde. Nein, jede weitere Beschäftigung mit ihr muss das, was an ihr Anstoß erregt, nur noch tiefer ins Fleisch des Gewohnten einschneiden lassen. Die zahlreichen Zumutungen, die sie schon jetzt an das geläufige Denken stellt, versprechen, wenn man sie weiter verfolgt, nicht etwa in die altbekannten Bahnen zurückzumünden, sondern drohen, je mehr davon sichtbar wird, das Gelände nur umso weitläufiger durchfurcht und unterspült zu zeigen. Wenn sich dieser seltsame Unstoff "Wert" bis in die feinsten Kapillaren der Rhythmusempfindung verästelt, was muss er auf dem Weg dorthin nicht noch alles getränkt und durchdrungen haben? Wenn das Geld imstande sein soll, diesen Abstand zu durchmessen, den Abstand zur unwillkürlichsten Empfindung, wie fern müsste etwas liegen, um sich seinem Zugriff zu entziehen? Und wenn es uns also Pein bereitet, Rhythmus dem Geld unterworfen zu sehen, wie sollte uns sein Zugriff an anderen Stellen, wo er bislang genausowenig zu erwarten steht, weniger peinigend sein?
Leseprobe: Der Takt des Geldes, von Eske Bockelmann, bei "Streifzüge"

Tuesday, January 06, 2009

Anything goes, oder auch nicht mehr

Am 19. März 2009 findet in Suhl ein Referat von Robert Kurz mit anschließender Diskussion statt. (Falls einer hin will: Haus der Philharmonie, Kleiner Saal, 19 Uhr)
Titel: Das Ende der Postmoderne. Illusion und Entzauberung des „virtuellen Menschen“.
Der Ankündigungstext auf der EXIT! Homepage ist hart und geht, glaube ich, auch uns Internet-Junkies alle an :-)

Die sogenannte Postmoderne erlebt zusammen mit dem Kapitalismus ihre fundamentale Krise. Eines ihrer Kennzeichen war die spielerische Haltung zur Welt nach dem Motto: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Es gibt kein Wesen und keine Wahrheit, sondern nur die Oberfläche der Erscheinungen. Alle Dinge sind bloß „Zeichen“, die kulturell interpretiert werden. Alles ist möglich.
Die gesellschaftlichen Grundlagen dieser „Virtualität“ sind wenig reflektiert worden. Dazu gehört die zunehmende Finanzblasen-Ökonomie der letzten Jahrzehnte, auf die sich Philosophen wie Baudrillard und Derrida ausdrücklich positiv bezogen haben. Technisch ist es das Internet als virtueller Raum, in dem ein „Second Life“ inszeniert wurde. Sozial war die Individualisierung von „Selbstunternehmern“ und Lebenskünstlern bestimmend.

Dieses Bewusstsein wird zusammen mit seinen Voraussetzungen untergehen.

Monday, January 05, 2009

Form und Inhalt - und das Internet

Aber ausgeschlossen ist es immerhin nicht, daß auch im Internet mal was Geistvolles zu finden ist. Z.B. der Artikel, aus dem folgendes Zitat stammt:

Was heute als neu und zukunftsweisend angepriesen wird, ist kein Inhalt und kein Ziel mehr, sondern bloße Form oder bloßes Medium, geistlos gewordene Apparatur. Das Internet ist das beste Beispiel dafür. Je schneller sich die Technologie der Kommunikation entwickelt, desto weniger Inhalt gibt es, der überhaupt noch der Mitteilung wert wäre. Wenn das technologische Mittel den Inhalt ersetzen muß, führt sich die "instrumentelle Vernunft" selber ad absurdum. Im Endstadium dieser Entwicklung haben die mit perfekten Kommunikationsmitteln ausgerüsteten Menschen einander nichts mehr zu sagen.
Robert Kurz 2001 in "Die kulturelle Richtung des 21. Jahrhunderts"

Saturday, January 03, 2009

Persönliches - Politisches (eine Rückblende)

Henriette Haill hat, vermutlich in den 60ern, Rückschau auf die 20er gehalten, als sie ein reges Wanderleben geführt hatte. Sicher sind diese Zeilen recht verklärend, nichtsdestotrotz geben sie einige Aufschlüsse über die damaligen Umstände. Zum besseren Verständnis sollte man dazu wissen, daß die Autorin selbst dem kommunistischen Jugendbund angehörte.

Auf unseren Wanderungen brachten wir möglichst viele Kilometer hinter uns, was wir "Kilometerfressen" nannten. Damit prahlten wir dann zu Wochenbeginn in der Werkstatt, bei Zusammenkünften und auf der Stempelstelle des Arbeitsamtes. Wir hatten eine Fröhlichkeit, die ich heute, im Zeitalter der Atombombe und des Wirtschaftswunders, vermisse. Wir lachten über alles, über die Sonne, die uns beschien, und den Regen, der uns überraschte; über kleine Mißgeschicke anderer und über die eigenen Fehler und Schwächen. Begegneten uns Gruppen von Wandervögeln oder christlichen oder nationalen Vereinen, warfen wir uns beißenden, aber ungehässigen Spott zu, übertrumpften einander mit Argumenten und Beweisen, und saßen trotzdem gemeinsam am Lagerfeuer, sangen in Ruinen gemeinsam Volkslieder und wurden in Landheime eingeladen und dort beherbergt. Denn die Jugend ist großzügig, und Jungsein verbindet oft mehr als Politik und Weltanschauung. Die politischen Fronten waren damals noch nicht so verhärtet, das kam erst später, aber früher als wir gedacht hatten...
(Text entnommen dem Booklet der CD "Straßenballaden" von Wenzel/Haill)

Friday, January 02, 2009

Zurück zur harten Politik

Karl Heinz Roth: Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven
Ob das alles Sinn macht, keine Ahnung. Man braucht aber Diskussionsgrundlagen. Auf alle Fälle:
Roth verbindet, wie es immer seine Art ist, Theorie mit praktischen Vorschlägen und gibt sein Wissen über die sozialen Zustände in der Welt weiter. Und er geht jetzt - wie manch anderer, den ich hier zitiert habe - von einer finalen Krise des Kapitals aus, die kein Zuckerschlecken sein wird. Er zieht aber auch die Möglichkeit in Betracht, daß die Krise ein weiteres Mal gebändigt wird. Dann würde das historisch sattsam bekannte "Gerangel" zwischen Arbeit und Kapital (Verteilungskämpfe) weitergehen müssen.

Thursday, January 01, 2009

Und nochmal Henriette

Irgendwo und irgendwann

Niemand bin ich, wie du weißt.
Über Nichts der Eigentümer.
Nirgends meine Heimat heißt.
Und mein Ziel ist Nie und Nimmer.

Irgendwo ist mein Zuhaus,
Irgendwie komm ich durchs Leben.
Irgendwann die Zeit ist aus,
Die mir für die Welt gegeben.

Die Adresse weiß der Wind,
Werd von ihm durchs Land gestoßen.
Und doch bin ich Gottes Kind,
Er zählt auch die Heimatlosen.
(Henriette Haill)